Bericht über die öffentliche Anhörung im Bundestag
Am 17. Dezember 2025 nahm ich am Fachgespräch des Forschungsausschusses des Deutschen Bundestags teil, das unter der Leitung von Herrn Lauterbach stand und sich dem Thema „Nationale Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ widmete.
Diese Initiative, die von 2026 bis 2036 laufen soll und mit 500 Millionen Euro Fördermitteln ausgestattet ist, stellt eine wichtige und zukunftsweisende Maßnahme für Betroffene, die Gesellschaft und die Volkswirtschaft dar.
Postinfektiöse Erkrankungen umfassen eine Vielzahl bekannter Krankheiten, die durch Infektionen ausgelöst werden können.
Diese betreffen eine große Gruppe von Menschen, die nach Infektionen wie COVID-19 unter komplexen, oft schweren Erkrankungen leiden, die bislang unzureichend verstanden, kaum behandelbar und stark unterversorgt sind.
Dazu gehört auch ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/ChronischesFatigue-Syndrom).
Dringend benötigt wird biomedizinische Forschung, um die Krankheitsmechanismen besser zu verstehen und diagnostische Marker sowie wirksame Therapien zu entwickeln.
Die Medikamentenentwicklung ist hierbei von zentraler Bedeutung, da derzeit keine zugelassenen ursächlich wirksamen Behandlungen existieren.
Mein Kollege Michael Kaufmann befragte deshalb Frau Dr. Bettina Hohberger von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, welche Ressourcen und Schritte sie für notwendig hält, um weitere Erfolge zu erzielen? Frau Hohberger erläuterte, dass verschiedene Gruppen Biosignaturen für Post-COVID-Untergruppen aufgebaut haben und es wünschenswert wäre, diese in Therapiestudien mit kleineren Kohorten von etwa 1.000 Teilnehmern zu evaluieren.
Auf die Frage, ob sie PostVac als eigenständiges Krankheitsbild sehe, antworte sie Folgendes:
‚Wenn ein Krankheitsbild noch nicht vollständig verstanden ist, sei es ratsam, es zunächst separat zu betrachten, da es verschiedene Untergruppen gebe; aus ihrer Sicht sollte PostVac als eigenständige Entität behandelt werden, wofür der Aufbau spezifischer Biomarker und deren Verknüpfung mit Therapiestudien notwendig sei.‘
Eine weitere Frage von Herrn Kaufmann ging an Frau Prof. Dr. Carmen Scheibenbogen von der Charité: Laut ihren eigenen Aussagen seien 80 bis 90 Prozent ihrer Long-COVID-Patienten an der Charité geimpft.
Herr Kaufmann wollte deshalb wissen, ob Geimpfte hierbei überrepräsentiert seien?
Frau Scheibenbogen erklärte, dass es sich um eine selektierte, dadurch nicht repräsentative, Patientengruppe handle und Kohortenstudien bereits vor der Impfung ähnliche Häufigkeiten von LongCOVID und ME/CFS gezeigt hätten wie danach; daraus schließe sie, dass LongCOVID keine Impffolge sei.
In der zweiten Runde fragte Herr Kaufmann Frau Hohberger, von wie vielen Krankheitsbildern man spreche und wie viele Marker zur Abdeckung des Spektrums erforderlich seien; sie nannte verschiedene Ansätze, konnte jedoch keine genaue Zahl angeben.
Das Fachgespräch unterstrich den Bedarf an fokussierter Forschung, Biomarkern und Therapien, wobei die Nationale Dekade Chancen für Fortschritte bietet, insbesondere durch die Integration von PostVac als separates Feld; weitere Diskussionen sind geplant.
Wir dürfen gespannt sein.
Anmerkung von mir:
ME/CFS gab es schon vor Corona und der Impfung- das stimmt. Aber der explosionsartige Anstieg entstand erfolgte in dieser Zeit und die meisten Betroffenen sind „geimpft“. Das kann man nicht wegdiskutieren.
Wer die gesamte öffentliche Anhörung verfolgen möchte, kann dies unter folgendem Link tun:
https://www.bundestag.de/ausschuesse/forschung/sitzungen/1131968-1131968?utm_source=chatgpt.com
